Porto Santo hat drei offizielle Wanderwege. Der PR2 ist der bekannteste davon, führt auf den Pico do Castelo und bietet mehr als einen Gipfelblick. Wer die Insel jenseits des Strands kennenlernen will, fängt hier an.
Inhaltsübersicht
Was erwartet einen auf dieser Route?
Der Wanderweg Vereda do Pico do Castelo beginnt an der Landstraße in Moledo und bietet zwei Optionen: die Nordseite des Pico do Facho oder die Südseite, die längste Route der Insel.
Wer den Weg erkunden möchte, kann dies entweder auf 3,2 km in etwa 1,5 Stunden oder auf 4,6 km in 2 Stunden 15 Minuten tun. Das sind die offiziellen Angaben für eine Richtung. Wer eine Rundtour macht, also zum Gipfel und über den Pico do Facho zurück, plant besser mit sechs bis sieben Kilometern und zwei bis drei Stunden. Die Wege sind gut ausgebaut und gut markiert. Außer dem kurzen Aufstieg auf den Pico Castelo am Anfang hat die Tour keine größeren Steigungen mehr.

Der Aufstieg zum Pico do Castelo
Der Start liegt auf dem Parkplatz des Miradouro Pico Castelo. Von dort geht es über einen steinigen Treppenweg den Berg hinauf. Auf dem PR2-Schild sind es ab dort etwa 0,8 km bis zum Gipfel, von Anfang an immer aufwärts.
Der Aufstieg ist kurz aber spürbar. Der Weg ist gepflastert, die Stufen unregelmäßig. Wer nicht regelmäßig wandert, bekommt die Oberschenkel zu spüren. Wer fit ist, steht nach 20 Minuten oben.
Auf dem Gipfel des Pico do Castelo befindet sich eine Statue zu Ehren von António Schiappa de Azevedo, dem großen Förderer der Wiederaufforstung von Porto Santo. Der Mann hat eine Menge geleistet, die Insel war vor seiner Zeit fast vollständig kahl. Was man heute an Pinien und Zypressen auf dem Weg sieht, ist sein Werk, beziehungsweise das seiner Nachfolger.
Der Blick vom Gipfel auf 437 Metern geht bei klarem Wetter über den gesamten Strand, die Südküste, Vila Baleira, das Meer bis zum Horizont und manchmal bis zu den Umrissen Madeiras.
Die Vegetation: unerwartetes Grün
Das ist das eigentliche Überraschungsmoment dieser Wanderung für viele Besucher. Porto Santo wirkt von der Küste aus karg und baumlos. Auf dem PR2 läuft man durch Wälder.
Zwischen exotischen Arten wie der Aleppokiefer und der Seekiefer finden sich einheimische Arten wie der Drachenbaum, die Steineiche, Gagelbäume und die Besenheide sowie der Prächtiger Natternkopf von Porto Santo, eine endemische Blumenart.
Am Fuße des Pico do Facho, beim Durchqueren des zentralen Teils der Insel, begegnet man Überresten der alten Ackerflächen und der in harter Arbeit errichteten doppelten Mauern aus Stein. Die Terrassenmauern sieht man halb überwachsen zwischen den Bäumen. Hier hat jemand vor Jahrhunderten versucht, diese trockene Erde zu bewirtschaften.
Tiere auf dem Weg
Auf der Wanderroute kann man Schwärme von Rothühnern beobachten, Greifvögel wie den Mäusebussard und den Turmfalken, Haussperlinge und den eindrucksvollen Wiedehopf.
Den Wiedehopf erkennt man sofort, orangefarbener Körper, schwarz-weißes Muster auf den Flügeln, Federhaube auf dem Kopf. Wer ihn zum ersten Mal sieht, hält kurz an. Auf Porto Santo ist er gar nicht so selten, aber auf dem PR2, wo es ruhiger ist als am Strand, hat man die besten Chancen.
Die längere Variante: Pico do Facho einschließen
Nach dem Aufstieg zum Gipfel des Pico do Castelo kann man dem Weg in zwei verschiedene Richtungen folgen: entweder entlang der Nordseite oder der Südseite des Pico do Facho. Die Südseite ist die längste Route der Insel Porto Santo.
Wer den Pico do Facho komplett umrundet, kommt wieder zum Ausgangspunkt zurück. Diese Rundwandertour hat eine Länge von rund 6,5 km und dauert nicht ganz drei Stunden.
Der Pico do Facho selbst ist mit 517 Metern der höchste Punkt der Insel. Auf dem Gipfel steht eine Wetterstation, der letzte Abschnitt ist nicht ausgeschildert und eher ein Trampelpfad. Wer hoch will, schaut sich vorher den Weg genau an.
Praktische Infos
Start: Parkplatz an der Regionalstraße in Moledo, GPS einfach „Miradouro Pico do Castelo Porto Santo“ eingeben. Der Parkplatz liegt direkt an der Straße, kostenlos.
Schwierigkeit: Mittel. Der Aufstieg zum Pico do Castelo ist steil aber kurz. Der Rest ist gut gehbar. AllTrails stuft die große Runde als schwierig ein und gibt eine durchschnittliche Gehzeit von dreieinhalb bis vier Stunden an. Das ist für die vollständige Runde mit Pico do Facho realistisch, für die kurze Version übertrieben.
Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Wasser, Sonnenschutz. Schatten gibt es auf Teilen des Weges durch den Wald, aber nicht überall. Im Sommer am besten früh morgens starten, bevor die Mittagshitze einsetzt.
Jahreszeit: Die Wanderung lohnt sich das ganze Jahr. Mitte Februar etwa 16 Grad, wenige andere Wanderer. Im Sommer heiß, im Winter manchmal windig aber gut gehbar.
Lohnt es sich?
Wer Porto Santo nur vom Strandtuch aus kennt, sieht eine andere Insel. Der PR2 zeigt das Innere, die Stille, die Aufforstungsgeschichte und die Aussicht, die man vom Strand nicht bekommt. Keine spektakuläre Levadawanderung wie auf Madeira, das soll er auch nicht sein. Aber für einen halben Tag ist er gut investierte Zeit.






