Wer auf Porto Santo nur den Strand kennt, kennt eine flache Insel. Wer einmal auf den Pico do Facho gegangen ist, weiß, dass die Insel zwei Gesichter hat. Von unten wirkt alles überschaubar. Von oben sieht man alles auf einmal: den Strand im Süden, die Nordküste, Camacha, die kleinen Dörfer im Inneren, und an klaren Tagen den Umriss Madeiras am Horizont.
Inhaltsübersicht
Der Ausgangspunkt: Parkplatz Miradouro Pico do Castelo
Wir starten auf dem Parkplatz des Miradouro Pico Castelo und gehen einen steinigen Treppenweg den Berg hinauf. Dieser Weg wird mit dem Schild PR2 angezeigt, von hier aus sind es etwa 0,8 km bis zum Gipfel des Pico Castelo. Von Anfang an geht es immer aufwärts bis zum Gipfel.
Der Aufstieg auf den Pico do Castelo ist der anstrengendste Teil der ganzen Tour. Steil, gepflastert, keine langen Flachstücke dazwischen. Wer regelmäßig wandert, braucht etwa 20 bis 25 Minuten hinauf. Unterwegs gibt es mehrere kleine Aussichtsplattformen mit Sitzgelegenheiten. Wer Pause braucht, findet sie dort.

Oben auf dem Pico do Castelo (437 m)
Dort oben findet man ein kleines Häuschen und ein ehemaliges Castelo, das als Zufluchtsort für die Einheimischen bei Piratenangriffen diente. Die Festungsreste stammen aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Von hier aus konnten Wächter die gesamte Südküste beobachten. Bei Piratenalarm wurde ein Feuer entzündet, das nächste Feuer auf dem Pico do Facho übernahm das Signal.
Von hier aus hat man einen herrlichen Rundumblick auf Porto Santo sowohl in Richtung Süden als auch in Richtung Norden. Porto Santo selbst hat eine Länge von etwa 15 km; von hier oben kann man die Insel gut überblicken.
Die Wahl: Nordseite oder Südseite
Am Ende des Aufstiegs findet man eine Kreuzung, wo man zwei mögliche Wege findet, um den Pico do Facho herumzugehen: den nördlichen Weg, den längsten, oder den südlichen.
Die Nordseite ist ruhiger, schattiger durch den Wald und bietet andere Blickwinkel auf die Küste als der Südweg. Wer Zeit hat, nimmt den Nordweg hin und den Südweg zurück. Die Gesamtstrecke bleibt überschaubar.
Um den Pico do Facho (517 m)
Wir gehen über den Hinterweg hinunter und erreichen den Wanderweg, der um den höchsten Gipfel der Insel, den Pico do Facho mit 517 Metern über dem Meeresspiegel, herumführt, sodass wir einen 360-Grad-Panoramablick auf die Insel genießen können.
Der Weg um den Facho selbst ist flacher als der Aufstieg auf den Castelo. Man folgt einem einfachen Pfad, der mit jeder Kurve wechselnde Panoramablicke über die gesamte Insel Porto Santo und aufs Meer freigibt. Im Norden liegt Camacha unten im Tal, dahinter das Meer. Im Süden der Strand, der von hier oben kleiner wirkt als er ist.
Unterwegs sind Drachenbäume, Heidekraut, Wacholder und libanesische Zedern zu sehen. Man kann auch endemische Pflanzen und Vögel beobachten, die nur zum Brüten hierher kommen. Wiedehopfe sieht man auf diesem Weg öfter als am Strand. Rothühner laufen manchmal direkt über den Weg.
Historischer Hintergrund: warum der Berg Fackel heißt
Der Name Pico do Facho bedeutet Fackelberg. Daraufhin wurde dann ein Feuer nach dem anderen angezündet, damit überall Kenntnis über die Gefahr erlangt werden konnte. Das Feuerzeichen-System verband die Gipfel der Insel mit den Dörfern darunter. Eine Feuerwache auf dem Facho konnte innerhalb von Minuten die gesamte Insel warnen. Das war im 16. und 17. Jahrhundert keine Theorie, Piratenangriffe auf Porto Santo sind historisch belegt.
Streckendaten
Gesamtstrecke: 6,42 km, maximale Höhe: 479 m, minimale Höhe: 260 m, Gesamtzeit: rund 2:37 Stunden. Das ist die komplette Runde inklusive Aufstieg auf den Pico do Castelo und Umrundung des Pico do Facho. Wer zügig geht, ist in zwei Stunden fertig. Wer Pausen macht und fotografiert, plant besser zweieinhalb.
Wer den Rundwanderweg geht, hat knapp 6,5 Kilometer vor sich und ist knapp unter drei Stunden unterwegs.
Alternative: Starten Sie vom Parkplatz aus oder beginnen Sie im Ort Camacho, von wo aus ein Linienbus nach Vila Baleira fährt. In beiden Fällen können Sie Ihre Wanderung entweder mit dem gleichen End- und Startpunkt unternehmen oder an dem jeweils anderen Ort beenden. Wer die Busverbindung nutzt, spart sich den Rückweg und kann einfach bergab nach Camacha laufen.
Was man mitbringen muss
Sie sollten nicht vergessen, ausreichend Wasser einzupacken, denn unterwegs gibt es keine Erfrischungsmöglichkeiten. Festes Schuhwerk ist auf dem steinigen Aufstieg keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Der Weg ist gut markiert, aber der gepflasterte Abschnitt hinauf zum Castelo ist bei Nässe rutschig.
Beste Jahreszeit für diese Wanderung ist Oktober bis Mai. Im Hochsommer ist der Aufstieg auf dem steinigen Weg in der prallen Mittagssonne unangenehm. Wer im Sommer wandern will, startet vor neun Uhr morgens.






