Vier Kilometer westlich von Vila Baleira ragt ein Kamm aus der Landschaft, der sich von allem anderen auf Porto Santo unterscheidet. Kein Sand, kein Gold, keine Dünen. Dunkles Gestein, fast schwarz, in senkrechten Säulen aufgereiht wie die Pfeifen einer riesigen Orgel. Der Pico de Ana Ferreira ist mit 283 Metern der höchste Punkt im Westen der Insel, und die Felsformation an seinem Südhang ist eine der fotogensten Stellen im gesamten Madeira-Archipel.
Inhaltsübersicht
Was man dort sieht
Am Gipfel hat sich eine spektakuläre Reihe von prismatischen Säulen gebildet, die im Volksmund als „Piano“ bekannt ist, obwohl sie eher den Pfeifen einer Orgel ähnelt. Diese Felsformation, die wie von Hand gemeißelt wirkt, wurde tatsächlich durch Vulkanaktivität und die langsame Abkühlung von Magma vor Tausenden von Jahren geschaffen.
Die Basaltsäulen erstrecken sich auf etwa 40 Meter Höhe. Wer direkt davor steht, fühlt sich klein. Die Säulen sind senkrecht, gleichmäßig geformt, fünf- bis sechseckig im Querschnitt. Nichts an ihnen sieht natürlich aus, und genau das macht sie interessant.

Wie die Säulen entstanden sind
Aus vulkanologischer Sicht hebt sich bei diesem Geopunkt die säulenförmige Struktur hervor, die auch als prismatische Disjunktion bezeichnet wird und diesen Berg zu einem nationalen Referenzort macht. Der Pico de Ana Ferreira entspricht einem restlichen Hartrelief, das sich aus unterschiedlichen Erosionsprozessen entwickelte, die auf einen Gesteinsgang aus Mugearit aus dem mittleren Miozän wirkten, also vor etwa 12,5 bis 12,7 Millionen Jahren.
Es handelt sich um Lava, die sich schnell abkühlte und zu geraden, sechseckigen Säulen zusammenbrach. Die Bewegungen der Erde und tektonische Kräfte formten das Gestein über Millionen von Jahren in seine heutige Form.
Der Prozess heißt prismatische Disjunktion und ist weltweit an wenigen Stellen besonders ausgeprägt zu beobachten. Der Bekannteste dieser Orte ist der Giant’s Causeway in Nordirland. Porto Santo hat seine eigene Version davon, kleiner, weniger bekannt, aber genauso geomorphologisch bemerkenswert.
Drei Sehenswürdigkeiten in einem
Es gibt drei Sehenswürdigkeiten rund um den Pico de Ana Ferreira, je nachdem wie gut man wandern kann: die Basaltorgel, eine Höhle mit herrlicher Aussicht und der Gipfel mit einer 360-Grad-Perspektive. Die Basaltorgel befindet sich auf 118 Meter Höhe und ist als geologische Stätte von nationalem Interesse eingestuft.
Die Höhle ist weniger bekannt als die Säulenformation und kaum in Reiseführern erwähnt. Es gibt mehrere Höhlen, zwei davon sind besonders groß, etwa fünf Meter breit, man kann darin stehen und über die ganze Insel nach Osten schauen. Das Gefühl, von innen heraus über Porto Santo zu blicken, ist schwer zu beschreiben. Der Weg dorthin ist nicht ausgeschildert und erfordert etwas Orientierungssinn, festes Schuhwerk ist Pflicht.
Den besten Blick auf die Basaltorgel hat man vom Miradouro da Pedreira, einem Aussichtspunkt in der Nähe des Porto Santo Golf Clubs. Von dort oben sieht man die gesamte Breite der Formation in einem Bild, ohne direkt darunter zu stehen.
Wie man hinkommt
Der Pico de Ana Ferreira liegt vier Kilometer südöstlich von Vila Baleira. Eine Straße führt zum Gipfel, man kann zu Fuß hinaufwandern, eine Mountainbiketour unternehmen oder mit einem Allradauto hinauffahren. Auf halber Höhe steht eine kleine Kirche mit Friedhof, ein ruhiger Zwischenstopp mit Blick auf den Golfplatz darunter.
Zur Basaltorgel selbst führt ein kurzer, nicht weiter anstrengender Weg. Sie ist der am einfachsten erreichbare Punkt, zu Fuß oder mit einem Geländewagen. Wer den Gipfel will, braucht etwas mehr Kondition, ist aber nicht auf ausgewiesenen Wanderwegen unterwegs.
Das Licht macht den Unterschied
Wer für Fotos kommt, plant den Besuch nachmittags. Die Säulen sind nach Süden ausgerichtet, das Licht trifft sie von der richtigen Seite wenn die Sonne tiefer steht. Morgens liegt die Formation oft im Schatten der eigenen Felsen.
Vom Miradouro da Pedreira aus lohnt sich auch der Blick in die andere Richtung: Golfplatz, Strand, Meer, alles auf einmal. Das ist einer der wenigen Orte auf Porto Santo, wo man beides gleichzeitig sieht, das raue Innere der Insel und die goldene Küste darunter.
Geologisches Denkmal, kein Touristenziel
Das ist vielleicht das Beste daran. Die Basaltorgel steht auf keiner Bustour und kein Kreuzfahrtschiff bringt Tagesausflügler her. Wer hinkommt, ist meist entweder ortskundig oder hat gezielt gesucht. Das Plateau vor den Säulen ist klein, es gibt keine Sitzgelegenheiten, keinen Kiosk, keine Absperrung. Man steht einfach davor und das Gestein steht zurück.






