
Porto Santo – Die stille Schwester Madeiras
Neun Kilometer weißer Sand, fast das ganze Jahr Sonne und kaum Trubel. Porto Santo ist das, was viele auf Mallorca oder den Kanaren suchen und dort schon lange nicht mehr finden: ein Strand, der nicht überlaufen ist.
Die Insel liegt rund 40 Kilometer nordöstlich von Madeira und ist trotzdem eine andere Welt. Wo Madeira grün, steil und dramatisch ist, zeigt sich Porto Santo flach, trocken und golden. Die Landschaft erinnert manchmal an Nordafrika, die Luft riecht nach Meer und trockenem Gras.
Der Strand ist das Herzstück. Er zieht sich von Vila Baleira im Osten bis zur Ponta da Calheta im Westen durch fast die gesamte Südküste. Feiner, heller Sand, ruhiges Wasser, wenig Wellen. Dem Sand wird sogar eine heilende Wirkung auf Gelenke und Muskeln nachgesagt, was Porto Santo unter Kurgästen seit Jahrzehnten einen guten Ruf verschafft hat.
Das Inselstädtchen Vila Baleira ist überschaubar. Ein paar Restaurants, ein kleiner Marktplatz, die Casa de Colombo, wo Christoph Kolumbus angeblich eine Zeit lang gelebt hat. Es gibt keine großen Shoppingmeilen, keine Diskotheken mit Wartelange und keinen Ballermann. Wer das sucht, ist hier falsch. Wer abschalten will, ist genau richtig.
Vier Kilometer nördlich liegt Camacha, von dort oben hat man einen schönen Blick über die Insel. Die Küste im Norden und Osten ist rau, felsig, windig. Dort wandern die wenigsten Urlauber hin, aber genau das macht es interessant. Vom Pico do Castelo aus sieht man an klaren Tagen Madeira am Horizont.
Wann reisen? Porto Santo funktioniert von April bis Oktober gut. Im Hochsommer wird es heiß, aber der Wind sorgt meist dafür, dass es nicht drückend wird. Im Frühling und Herbst hat man die Insel fast für sich allein.
Die Fähre von Funchal dauert knapp zwei Stunden und ist eine eigene kleine Reise wert. Flüge gibt es direkt aus einigen europäischen Städten, außerdem vom Flughafen Madeira aus in weniger als 20 Minuten.
Porto Santo ist kein Ziel für Leute, die jeden Tag beschäftigt sein müssen. Es ist ein Ort für alle, die mal nichts tun wollen, ohne sich dafür schlecht zu fühlen.



