Porto Santo vs. Madeira: Welche Insel passt zu dir?

Porto Santo Felsfigur

Die Frage stellt sich eigentlich jedem, der in den Madeira-Archipel reist. Beide Inseln liegen nah beieinander, rund 43 Kilometer Luftlinie (Mit der Fähre auf dem Seeweg: etwa 57 Kilometer) Abstand, knapp zwei Stunden Fähre. Trotzdem könnte der Unterschied größer kaum sein. Wir kennen beide gut und sagen dir ehrlich, für wen welche Insel das Richtigere ist.

Landschaft: Grün gegen Gold

Madeira ist steil, grün und feucht. Levadas schlängeln sich durch dichten Lorbeerwald, Wasserfälle fallen hundert Meter tief in Schluchten, und an der Nordküste weht permanent der Wind. Es ist eine Insel, die man erwandern muss, um sie zu verstehen. Wer nur am Strand liegt, bekommt nur einen Bruchteil davon mit.

Porto Santo ist das Gegenteil. Flach, trocken, karg. Kein Wald, keine Levadas, dafür ein Strand, der sich neun Kilometer an der gesamten Südküste entlangzieht. Die Landschaft erinnert stellenweise an Nordafrika. Im Inland gibt es Hügel, ein paar Wanderwege, Ziegenherden. Das war es im Wesentlichen.

Wer dramatische Natur sucht, liegt auf Madeira richtig. Wer Strand sucht, auf Porto Santo.

Tourismus: Viel vs. wenig

Madeira hat eine ausgebaute Tourismusinfrastruktur. Funchal mit fast 112.000 Einwohnern ist eine richtige Stadt, mit Restaurants auf mehreren Etagen, Tuktuks, Seilbahnen, einem belebten Hafen voller Kreuzfahrtschiffe und Hotels in jeder Preisklasse. Im Sommer ist es voll. An Aussichtspunkten wie dem Cabo Girão stehen Reisebusse.

Porto Santo hat Vila Baleira, das Hauptdorf. Einen Marktplatz, ein paar Restaurants, eine Kirche, einen kleinen Supermarkt. Abends sitzen die Leute draußen, es ist ruhig und es riecht nach Meer. Kein Kreuzfahrthafen, keine Bustouren, kein Nachtleben im eigentlichen Sinne. Wer das als Mangel empfindet, sollte auf Madeira bleiben.

Strand: Nur eine Insel hat wirklich einen

Das ist der entscheidende Punkt. Madeira hat kaum Sandstrände. Ribeira Brava, Prainha an der Ostküste, ein paar Kieselstrände im Norden. Naturbäder aus Lavagestein gibt es einige, die sind schön, aber kein Ersatz für einen Sandstrand. Wer zwei Wochen Madeira bucht und täglich ins Meer möchte, muss das vorher wissen.

Porto Santo hat den Strand. Neun Kilometer, feiner heller Sand, ruhiges Wasser. Dem Sand wird sogar eine therapeutische Wirkung auf Gelenke nachgesagt, Thalassotherapie auf Portugiesisch. Ob man das glaubt oder nicht: Der Strand allein rechtfertigt die Reise.

Für wen ist welche Insel besser?

  • Madeira passt zu dir, wenn: du gerne wanderst, Natur über Strand stellst, eine Stadt als Basis magst, kulinarisch unterwegs sein willst und Abwechslung brauchst.
  • Porto Santo passt zu dir, wenn: du wirklich abschalten willst, Strand dein Hauptprogramm ist, du Ruhe über Angebot stellst und dir weniger mehr ist.

Kombinieren ist möglich

Die Fähre zwischen beiden Inseln fährt täglich. Hin und zurück kostet sie um die 60 Euro pro Person, je nach Anbieter und Saison. Viele Reisende verbringen eine Woche auf Madeira und hängen drei oder vier Tage Porto Santo dran. Das funktioniert gut, solange man die Erwartungen anpasst. Porto Santo nach Madeira kann sich am Anfang fast leer anfühlen. Nach einem Tag gewöhnt man sich daran, und nach zwei Tagen will man nicht mehr weg.