Porto Santo hat drei offizielle Wanderwege. Der PR1 ist der wildeste davon, führt an der Nordostküste entlang, durch karge Felslandschaft und zuletzt in bewaldetes Gebiet, bis er am Aussichtspunkt Terra Chã endet. Wer dort oben steht, versteht, warum dieser Weg auf AllTrails mit 4,7 Sternen aus 95 Bewertungen die beliebteste Route der Insel ist.
Inhaltsübersicht
Der Weg dorthin: PR1 Vereda do Pico Branco e Terra Chã
Der Wanderweg Vereda do Pico Branco e Terra Chã hat eine Länge von 2,7 km einfache Strecke und eine Gehzeit von etwa 1,5 Stunden. Der Weg beginnt an der Landstraße ER120 und folgt dem Pfad, der zum zweithöchsten Punkt der Insel führt, dem Pico Branco. Von Anfang an sieht man die riesige prismatische geologische Formation namens Rocha Quebrada, was übersetzt Zerbrochener Fels bedeutet, in die der Weg gehauen wurde.
Der Start liegt an der Regionalstraße ER111 im Norden der Insel, gut ausgeschildert. Wer mit dem Auto kommt, parkt am Straßenrand, das ist auf Porto Santo gängige Praxis solange man die Fahrbahn nicht blockiert.
Der Weg ist ein klassischer Hin-und-Rückweg. Hinweg bergauf, Rückweg derselbe Pfad. Wer lieber eine Schleife geht, kann kurz vor Terra Chã auf einem Seitenweg abzweigen, aber der PR1 selbst ist als Strecke konzipiert.

Was sich verändert auf dem Weg
Die Strecke führt durch ein trockenes, raues Gelände mit fantastischen Felsformationen, die sich mit der typischen Fauna und Flora vermischen. Der Weg ist ansteigend und steil. Fast am Ende der Steigung kommt man an eine Kreuzung, die zum Pico Branco und Terra Chã führt.
Das Interessante: Die Landschaft wechselt. Der untere Teil ist kahl, steinig, ausgetrocknet. Man sieht die Küste, das Meer, den Himmel, kaum Grün. Dann, kurz vor dem Endpunkt, kommen Bäume. Vor dem Endpunkt Terra Chã durchquert man Bereiche, die mit Bäumen gesäumt sind und viel Grün bieten. Dieser Wechsel von karg zu grün passiert innerhalb weniger hundert Meter und ist einer der Momente auf dieser Wanderung, die man nicht erwartet.
Pico Branco: der zweithöchste Punkt der Insel
Kurz vor Terra Chã zweigt der Weg zum Pico Branco ab. Der Pico Branco ist der zweithöchste Gipfel von Porto Santo. Von dort oben hat man einen anderen Winkel als vom Pico do Castelo, rauer, weiter weg vom Hauptort, das Meer nah.
Der Weg ist gut ausgebaut und relativ leicht zu folgen, aber mit einigen Steigungen. Zwischen Wurzeln und hervorstehenden Felsen besteht Stolpergefahr, feste Wanderschuhe sind empfehlenswert.
Der Miradouro de Terra Chã: was man dort sieht
Der Miradouro de Terra Chã gilt als möglicherweise schönster Aussichtspunkt der ganzen Insel Porto Santo. Das ist eine Aussage, über die man streiten kann, aber die Perspektive ist tatsächlich anders als von den Aussichtspunkten im Süden.
Pico Branco liegt im Nordosten der Insel und ist weit von Vila Baleira entfernt. Er bietet einen der wildesten Ausblicke auf Porto Santo. Man schaut auf die zerklüftete Nordostküste, auf Klippen, auf das offene Meer in Richtung Europa, auf Felsen die ins Wasser fallen. Kein Strand, kein Hoteldach, keine Straße im Bild. Nur Küste und Atlantik.
Der Weg PR1 hat einen geringen Schwierigkeitsgrad und gipfelt in Terra Chã mit einem herrlichen Aussichtspunkt. Komoot bezeichnet ihn als unumgänglichen Ort mit wunderschöner Aussicht auf die Küste.
Schwierigkeit und Zeitplanung
Die offiziellen Angaben und die verschiedenen Plattformen sind sich nicht ganz einig. AllTrails stuft die Route mit 4,8 km Länge und 405 m Höhenunterschied als schwierig ein und gibt eine Gehzeit von 2 bis 2,5 Stunden an. Komoot dagegen bezeichnet den Weg als leicht und gibt 1,5 Stunden für knapp 5 km an.
Die Wahrheit liegt dazwischen. Der Aufstieg ist stellenweise steil und fordert kurze Pausen. Wer regelmäßig wandert, kommt entspannt durch. Wer selten zu Fuß unterwegs ist, sollte zwei Stunden einplanen, damit es kein Stress wird. Kinder sind auf dem Weg machbar, für Kleinkinder ist es weniger geeignet.
Wann und wie
Die Route ist das ganze ganze Jahr über zugänglich und zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert. Wer die Abendstimmung mitnehmen will, startet zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Das Licht auf den Klippen von Nordosten ist dann besonders gut.
Parken am Straßenrand entlang der ER111, das offizielle Schild markiert den Startpunkt. Wer kein Auto hat, kommt per Fahrrad hin, aber die Nordseite der Insel ist hügelig genug, dass man mit dem Rad schon etwas mitbringt.
Wasser einpacken, mehr als man denkt. Schatten gibt es auf dem unteren Teil kaum. Oben im Baumbereich besser, aber der Aufstieg ist offen.
Fazit: Der PR1 und sein Endpunkt Terra Chã zeigen ein Porto Santo, das vom Hauptstrand aus unsichtbar bleibt. Kein goldener Sand, keine Liegen, keine Hotelfassaden. Nur die Nordostküste so wie sie ist. Für einen halben Vormittag gut investierte Zeit, besonders wer mehr als drei Tage auf der Insel verbringt und das Gefühl bekommt, alles gesehen zu haben.






