Golf auf einer Insel, die kaum größer ist als ein mittelgroßer Berliner Bezirk. Das klingt erst mal merkwürdig. Aber der Golfplatz von Porto Santo ist kein Beiprogramm für schlechte Strandtage – er ist ein vollwertiger, gut durchdachter Kurs, der die Topografie der Insel tatsächlich nutzt statt sie zu ignorieren.
Geplant hat ihn Severiano Ballesteros, der spanische Golfstar, der zu den besten Spielern des 20. Jahrhunderts zählt. Eröffnet wurde der Platz am 1. Oktober 2004. Inzwischen liegt er auf Platz 14 der besten Golfplätze Portugal – für eine kleine Atlantikinsel keine schlechte Platzierung.

Inhaltsübersicht
Was den Platz besonders macht
Der Kurs durchquert Porto Santo von Süd nach Nord, von den Dünen bis zu den Basaltklippen. Das Ergebnis sind zwei sehr unterschiedliche Hälften, die sich kaum ähneln.
Der Südkurs ist nach amerikanischem Vorbild gebaut. Mehrere Seen machen präzise Schläge notwendig, wer hier drauflos haut, landet schnell im Wasser. Die Fairways verlangen Länge und Genauigkeit – beides gleichzeitig.
Der Nordkurs ist ein anderes Spiel. Er erinnert eher an schottische Links, liegt auf und zwischen Klippen, der Wind kommt vom Meer und macht jeden Schlag ein bisschen unberechenbarer. Die Löcher 13, 14 und 15 gelten als die eindrucksvollsten – direkt an den Klippen mit Blick auf den Atlantik. Wer die Back Nine hier gespielt hat, weiß, warum Golfer extra aus Dänemark anreisen, nur um diesen Teil zu spielen.
Das 18. Loch ist ein Par 5 mit einem See vor dem Grün. Wer keine besonders gute Runde spielt, legt besser davor aus. Das ist keine Schande, das ist Platzkenntnis.
Insgesamt: 6.434 Meter, Par 72, 18 Löcher. Die Verteilung ist ausgewogen – jeweils sechs Löcher als Par 3, Par 4 und Par 5.
Auch für Einsteiger geeignet
Wer noch nicht so weit ist oder einfach das Kurzspielen üben möchte, nimmt den 9-Loch Pitch-and-Putt-Platz. Er ist beleuchtet und auch abends bespielbar. Eine Driving Range mit Rasenabschlägen gehört ebenfalls zur Anlage, dazu eine Golfakademie für Stunden mit einem Profi.
Ein Handicap bis maximal 36 wird vorausgesetzt. Ohne Clubausweis mit eingetragenem Handicap kommt man auf den 18-Loch-Kurs nicht drauf. Softspikes sind Pflicht.

Preise und praktische Infos
Das Greenfee für 18 Loch liegt bei rund 95 Euro pro Person. Aktuelle Saisonpreise und mögliche Twilight-Tarife am besten direkt beim Club erfragen – die Preise können je nach Saison variieren.
Jugendliche unter 18 Jahren zahlen die Hälfte. Schläger können vor Ort geliehen werden, ein Pro Shop mit Zubehör und Kleidung ist im Clubhaus.
Buggy oder E-Trolley lohnen sich. Der Platz ist nicht flach, vor allem die Back Nine verlangen einige Meter mehr in den Beinen. Wer das unterschätzt, bereut es spätestens an Loch 15.
Tee Times starten alle 8 Minuten. Bei vollem Betrieb – das passiert vor allem, wenn skandinavische Chartergruppen auf der Insel sind – kann eine Runde deutlich länger als vier Stunden dauern. Frühstarts oder Termine unter der Woche sind entspannter.
Buchungen laufen auch über WhatsApp, was bei kurzfristigen Planänderungen (Fährausfall durch Wind, zum Beispiel) praktisch ist. Umbuchungen haben laut Erfahrungsberichten gut geklappt.
Clubhaus und Anreise
Das Clubhaus bietet Restaurant, Bar, Sauna und Whirlpool – alles direkt am Platz, wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Man muss nach der Runde nicht weit fahren, um in Ruhe zu essen.
Von Madeira aus kommt man mit der Fähre in knapp 2,5 Stunden nach Porto Santo, von Lissabon mit dem Flugzeug in etwa 1,5 Stunden. Direktflüge aus anderen europäischen Städten, vor allem aus Nordeuropa, gibt es je nach Saison ebenfalls.
Adresse: Sítio das Marinhas 9400-162 Vila Baleira Porto Santo, Portugal
Telefon: +351 291 983 777
E-Mail: sdps@netmadeira.com
Unser Eindruck
Wir haben den Platz von außen gesehen, vom Auto aus auf dem Weg in den Norden. Er liegt mitten in der kargen Landschaft – kein Grün, das sich aufdrängt, eher so, als wäre er zwischen die Hügel hineingedrückt worden. Was man sagen kann: Wer extra wegen Golf nach Porto Santo fährt, macht keinen schlechten Griff. Die Kombination aus Dünen, Klippen und Meeresblick gibt es so kein zweites Mal in Portugal. Für alle anderen ist der Platz ein nettes Extra, an einem Tag, an dem der Strand schon reicht.






