Vom Miradouro da Portela hat man den besten Blick auf den gesamten Hauptstrand. Neun Kilometer goldener Sand von links nach rechts, der Hafen darunter, bei gutem Wetter sieht man die Fähre schon lange bevor sie einläuft. Die meisten Besucher stehen an der Aussichtsplattform und schauen Richtung Meer. Wer sich umdreht, sieht die Windmühlen.
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Drei Mühlen auf steinernen Sockeln
Drei Windmühlen auf steinernen Sockeln stehen wenige Schritte vom Miradouro da Portela und dominieren fotogen die Umgebung. Sie sind aus Holz, dunkel gewittert, mit einem drehbaren Kopf und Flügeln, die noch heute im Wind schwingen. Sie sind das Wahrzeichen von Porto Santo und zeugen von der einstigen Bedeutung des Windes als stetige Energiequelle.
Wer genau hinschaut, sieht, dass die Flügel nicht nur Dekoration sind. Es sind drehende Mühlen aus Holz. Der Kopf lässt sich mit dem Wind ausrichten, ein Prinzip das seit Jahrhunderten funktioniert und das man auf der windreichen Insel Porto Santo sehr gut gebrauchen konnte.

Woher die Mühlen kommen
Die Windmühlen von Porto Santo sind emblematische Gebäude, die die Landschaft und die Geschichte der Insel Porto Santo charakterisieren. Die erste Mühle auf der Insel wurde vermutlich 1794 in Matas gebaut, um Getreide zu mahlen, insbesondere Weizenmehl, das für die Brotherstellung benötigt wurde.
Der Standort war kein Zufall. Die topographischen und meteorologischen Bedingungen der Insel, insbesondere das relativ niedrige Relief und die Exposition gegenüber Wind, der aus verschiedenen Quadranten kommt, begünstigten das Auftreten dieser Konstruktionen auf der goldenen Insel. Anders gesagt: Porto Santo ist flach, offen und windig. Bessere Bedingungen für Windmühlen gibt es kaum.
Auf der Insel gab es zwei Arten von Windmühlen: die hölzernen „Kreisel“, die häufiger vorkamen, und die „festen“ aus Stein, die teurer und für die Bevölkerung weniger zugänglich waren. In der Vergangenheit soll es etwa 30 Windmühlen auf der Insel gegeben haben.
Dreißig Mühlen auf einer Insel von 42 Quadratkilometern. Das klingt nach viel, ergibt aber Sinn wenn man bedenkt, wie trocken Porto Santo ist. Wasser als Antriebskraft stand kaum zur Verfügung. Der Wind dagegen war immer da.
Was davon übrig geblieben ist
Derzeit gibt es nur sechs Windmühlen auf der Insel: eine beim Miradouro da Fontinha, drei im Gebiet von Portela im Besitz des Rathauses, und zwei weitere in Privatbesitz.
Von dreißig auf sechs. Das ist der Lauf der Dinge auf einer Insel, die über Jahrzehnte entvölkert wurde und deren Wirtschaft sich grundlegend verändert hat. Wer heute auf Porto Santo Mehl braucht, bestellt es mit der Fähre. Die Mühlen am Miradouro da Portela gehören der Gemeinde und werden gepflegt, aber nicht mehr betrieben.
Unzählige Windmühlen wurden aus Holz erbaut und heute gibt es immer noch einige auf der Insel, manche davon sogar noch betriebsbereit. Welche genau, ist schwer zu sagen. Die drei an der Portela drehen sich, mehr aber auch nicht.
Der Miradouro da Portela: was man dort noch sieht
Die Mühlen sind der Grund, warum viele Leute hierherfahren. Der Aussichtspunkt selbst ist der Grund, warum sie länger bleiben als geplant.
Man hat eine fantastische Sicht über die Praia do Porto Santo. Besonders eindrucksvoll ist die Einfahrt der Fähre von Funchal nach Porto Santo. Der Hafen liegt direkt darunter, und wer zur richtigen Zeit kommt, also wenn die Nachmittagsfähre einläuft, sieht das Schiff schon von weit draußen auf dem Atlantik. Eine der wenigen Stellen der Insel, von der aus man beide Seiten gleichzeitig überblickt: die Hafeneinfahrt im Norden und den Strand im Süden.
Der Aussichtspunkt bietet einen Blick auf die gesamte Südostküste mit dem Drachenschwanz und der Insel Cima auf der einen Seite und dem 9 km langen Strand auf der anderen Seite. Das Wort Drachenschwanz bezeichnet die langgezogene Felszunge, die im Osten in den Ozean ragt und dem Strand sein markantes Ende gibt.
Wann hinfahren
Morgens ist das Licht auf den Mühlen gut, weil die Sonne von Osten kommt und die hellen Holzstrukturen anleuchtet. Abends bekommt man den Sonnenuntergang über dem Strand. Beides hat seinen Reiz.
Wer das Ankommen der Fähre sehen will, checkt vorher die Abfahrtszeiten in Funchal. Die Überfahrt dauert rund zwei Stunden, entsprechend kommt die Fähre nachmittags am frühen Abend an. Vom Miradouro da Portela aus ist das Schauspiel kostenlos und jedes Mal gleich schön.
Wie man hinkommt
Der Miradouro da Portela ist mit Auto, Roller oder Quad gut zu erreichen. Ein kleiner Parkplatz liegt direkt am Aussichtspunkt. Wer von Vila Baleira aus zu Fuß geht, braucht etwa 30 bis 40 Minuten bergauf. Die Mühlen stehen wenige Schritte oberhalb der Aussichtsplattform, man kann nicht daran vorbeigehen.
Eine Bauruine direkt hinter den Mühlen ist seit Jahren ein Kritikpunkt in Besucherbewertungen. Sie steht dort, ohne dass sich daran etwas geändert hätte. Man sieht sie auf den meisten Fotos nicht, weil man für die Mühlen den Rücken zur Ruine dreht.
Warum sie das inoffizielle Wahrzeichen sind
Porto Santo hat kein offizielles Wahrzeichen. Kein Leuchtturm, kein Brunnen, kein Turm, mit dem man die Insel sofort verbindet. Die Windmühlen haben diese Rolle übernommen, ohne dass jemand das so geplant hat. Sie tauchen auf Postkarten auf, auf Souvenirs, auf Hotelbeschreibungen. Drei alte Holzmühlen auf einem Hügel, die nichts mehr mahlen, aber immer noch im Wind drehen. Das sagt ziemlich viel über Porto Santo.





















