Capela de Nossa Senhora da Graça – eine der ältesten Kapellen der Insel

Sie steht am Hang unterhalb des Pico Castelo, kurz vor dem Miradouro da Portela, und ist von der Straße aus kaum zu sehen. Ein kleines Gebäude, über eine Treppe erreichbar, ohne große Ausschilderung. Wer nicht weiß, dass sie da ist, fährt vorbei.

Geschichte

Die Ursprünge der Kapelle gehen auf das Jahr 1533 zurück, vermutlich ist sie sogar noch älter. Sie gilt als einer der ältesten Sakralbauten der Insel. Der Überlieferung nach diente sie den Inselbewohnern oft als Zufluchtsort bei Piratenangriffen. Das ist keine Legende ohne Grundlage – Porto Santo wurde im 16. und 17. Jahrhundert regelmäßig überfallen, von algerischen und französischen Piraten, die die Insel plünderten und niederbrannten.

1812 wurde die Kapelle zerstört und 1951 wieder aufgebaut. Was man heute sieht, ist also ein Neubau auf altem Fundament, an der Stelle, an der nach der Überlieferung einst ein Bild der Nossa Senhora in einem Felsen erschienen sein soll.

Das Innere

Im Inneren befindet sich ein Bildnis der Nossa Senhora da Graça, ein Werk aus einer flämischen Werkstatt des 16. Jahrhunderts. Es ist das einzige Kunstwerk in einem sonst schlichten Raum. Klein, dunkel, still. Wer kurz reinschaut, braucht keine zehn Minuten, aber diese zehn Minuten sind ruhiger als fast alles andere auf der Insel.

Das Fest am 15. August

Am 15. August findet hier eines der größten Feste der Insel statt – die Festas zu Ehren der Nossa Senhora da Graça, mit Messe, Prozession und anschließend Bands und Marktständen bis in die Nacht. Wer zu diesem Datum auf Porto Santo ist, sollte vorbeischauen. Der Ort ist dann vollkommen anders, voll, beleuchtet, laut. Der Rest des Jahres ist er das genaue Gegenteil.

Praktisches

Die Kapelle liegt direkt neben dem Miradouro da Portela, ein kurzer Abstecher von der Hauptstraße. Parken beim Aussichtspunkt, dann zu Fuß rauf. Der Zugang führt über eine breite Außentreppe, die schon von unten ins Auge fällt und der kleinen Kapelle etwas mehr Gewicht gibt als man von der Straße aus erwarten würde. Wie viele Stufen es genau sind, haben wir nicht gezählt – das holen wir nach. Freier Eintritt, aber als wir dort waren, war die Kapelle geschlossen. Von außen und über die Treppe lässt sich das Gebäude trotzdem gut besichtigen, und die Lage am Hang mit Blick auf die Südküste ist für sich schon einen Stopp wert. Am 15. August zur Festas ist die Zufahrt eingeschränkt, früh anreisen oder zu Fuß kommen.

Bilder

Karte und Anfahrt

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