Porto Santo Sehenswürdigkeiten: Was man gesehen haben muss

Porto Santo von oben

Porto Santo ist klein. Die ganze Insel ist elf Kilometer lang und sechs breit, von einem Ende zum anderen fährt man maximal zwanzig Minuten. Das klingt nach wenig, aber wer eine Woche hier ist und nur am Strand liegt, hat mindestens die Hälfte der Insel nicht gesehen.

Hier ist, was sich tatsächlich lohnt.

Der Strand

Ja, er steht an erster Stelle, weil er der Grund ist, warum die meisten überhaupt kommen. Neun Kilometer feiner, goldgelber Sand, therapeutische Mineralien, klares Wasser, kaum überfüllt. Wir haben ihn an einem Maimorgen fast für uns gehabt. Wer mehr dazu lesen will: dazu gibt es einen eigenen Artikel.

Pico de Ana Ferreira und die Basaltsäulen

Das ist der Ort, der uns am stärksten überrascht hat. Am Fuß des Pico de Ana Ferreira im Westen der Insel stehen Basaltsäulen, die wie ein riesiges Orgelwerk aus dem Fels herauswachsen. Sechseckige Säulen, mehrere Meter hoch, entstanden vor Millionen Jahren beim Abkühlen von Magma in einem Vulkanschlot. Der Pico selbst ist 283 Meter hoch und der höchste Punkt im Inselwesten.

Wer früh am Morgen kommt, hat das Licht auf der Seite. Gegen Mittag ist die Formation fast schon zu hell, die Strukturen verschwimmen. Abends wird sie beleuchtet, fotogen, aber anders.

Miradouro da Portela und die Windmühlen

Das Postkartenmotiv der Insel. Von hier sieht man die gesamte Südküste auf einen Blick, der Strand, Vila Baleira, der Hafen. Auf der anderen Straßenseite stehen drei historische Holzwindmühlen auf steinernen Sockeln, die erste soll 1794 gebaut worden sein. Sie sind das inoffizielle Wahrzeichen der Insel. Freier Eintritt, Parkplatz vorhanden, zehn Minuten reichen für die Aussicht, zwanzig wenn man auch zu den Mühlen läuft.

Casa de Colombo, das Kolumbusmuseum

Christoph Kolumbus hat auf Porto Santo gelebt. Er heiratete 1479 Filipa Moniz, Tochter des ersten Gouverneurs der Insel, und verbrachte hier einige Jahre. Ob seine späteren Reisepläne hier entstanden, bleibt offen. Das Museum ist in dem Haus untergebracht, das er bewohnt haben soll, und zeigt Kopien von Seekarten aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Porträts und Artefakte. Kein riesiges Museum, aber einen Besuch wert, vor allem für alle, die sich fragen, was Kolumbus mit dieser kleinen Insel zu tun hat.

Naturpools Porto das Salemas und Porto de Frades

Zwei verschiedene Orte, beide nur bei Ebbe zugänglich, beide auf der Nordküste. Die Pools bei Salemas sind bekannter, die bei Porto de Frades ruhiger und weniger besucht. Das Wasser ist klar, das Unterwasserleben reichhaltig. Schnorcheln ist an beiden Orten empfehlenswert, festes Schuhwerk ist Pflicht. Gezeitentabelle vorher prüfen, ohne Niedrigwasser gibt es nichts zu sehen.

Fonte da Areia und die Dünen

Im Norden der Insel, nahe der Quelle Fonte da Areia, gibt es versteinerte Sanddünen. Das Gebiet lag vor Millionen Jahren auf dem Meeresgrund, Versteinerungen von Meerestieren stecken noch im Gestein. Erosion hat bizarre Formationen geformt, die von oben aussehen wie eine Miniaturwüste. Kein Touristenmagnet, kaum Besucher, seltsam schöner Ort.

Miradouro das Flores und Ponta da Calheta

Am Südwestende der Insel, direkt am Ende des langen Strandes. Der Aussichtspunkt bietet den Blick auf den Ilhéu da Cal, eine geschützte Felsinsel mit 150 Meter hohen Klippen. An der Ponta da Calheta treffen Sand und Lavafelsen aufeinander, der schönste Sonnenuntergang auf der Insel. Das Restaurant direkt daneben ist ein guter Grund, dort auch zu essen.

Vila Baleira

Die Hauptstadt hat rund 5.000 Einwohner und ist überschaubar. Am Largo do Pelourinho, dem zentralen Platz, steht die Igreja de Nossa Senhora da Piedade, gebaut zwischen 1430 und 1446, von Piraten geplündert, 1667 wiederaufgebaut. Im Inneren flämische Gemälde aus dem 16. Jahrhundert. Daneben gibt es Cafés, Restaurants und die typischen engen Gassen, die abends zum Spazierengehen einladen.

Quinta das Palmeiras

Ein kleiner Zoo und botanischer Garten, den ein einziger Mann, Carlos Alfonso, in jahrelanger Arbeit angelegt hat. Pfauen, Schwäne, Fischteiche, Palmen. Kein Pflichtprogramm, aber wer Kinder dabei hat oder einfach Grün sehen will: Porto Santo ist karg, und diese Oase wirkt fast surreal. Geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr.

Was man weglassen kann

Viele Mietwagentouren fahren alle Aussichtspunkte hintereinander ab. Das muss nicht sein. Besser drei Orte in Ruhe anschauen als zehn im Durchfahrtempo. Und der Golfplatz ist für Golfer großartig, für alle anderen ist er ein Platz, den man von der Straße aus kurz sieht.

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