Naturpools von Salemas / Porto de Frades

Naturpools von Salemas
Naturpools von Salemas

An der Nordküste von Porto Santo sieht es anders aus als an der Südseite. Keine langen Sandstrände, kein sanftes Wasser, keine Liegestühle. Die Küste im Norden ist rau, die Felsen dunkel, der Wind meist stärker. Wer trotzdem dorthin fährt, findet etwas, das man am Hauptstrand nicht bekommt: Gezeitenpools, die bei Ebbe auftauchen wie ein zweiter Boden unter dem Ozean.

Salemas und Porto de Frades: zwei Orte, ein Prinzip

Im Nordteil von Porto Santo, in Porto das Salemas, gibt es eine kleine Bucht, die von einer besonderen Landschaft mit Felsen und natürlichen Pools umgeben ist. Der Strand ist nur zu Fuß erreichbar und offenbart sich besonders bei Ebbe, wenn zahlreiche natürliche Pools mit leuchtendem Türkisblau sichtbar werden.

Porto de Frades ist ein abgelegener Kieselstrand am Ende einer wenig touristischen Straße. Wenn man nach Norden geht, sieht man schöne Sand- und Sedimentformationen. Bei Ebbe tauchen dort natürliche Pools auf.

Beide Orte funktionieren nach demselben Prinzip: Bei Flut sind die Pools überspült und nicht zugänglich. Bei Ebbe liegen sie offen, gefüllt mit ruhigem, klarem Wasser, das sich von der Nordatlantikküste kaum unterschiedlicher anfühlen könnte.

Wie die Pools entstehen

Die Nordküste von Porto Santo ist vulkanischen Ursprungs. Lavagestein, Jahrtausende alt, wurde vom Meer in Form geschliffen. Dabei entstanden Mulden, Rinnen und Becken in verschiedenen Größen, manche kniehoch, manche tiefer. Bei Ebbe wird ein riesiges Gebiet freigelegt, das aus Sand, Felsen und Wasserlöchern besteht. Das Wasser in den Pools ist glasklar.

Das Besondere: Das Meerwasser in den Becken ist ruhig, während draußen die Wellen gegen die Felsen brechen. Man sieht den Ozean toben und sitzt gleichzeitig in einem stillen, warmen Pool. Dieser Kontrast ist das eigentliche Erlebnis.

So kommt man hin

Um nach Porto das Salemas zu gelangen, fährt man zunächst nach Fonte da Areia und folgt dann der Beschilderung nach Porto das Salemas. Danach muss man auf einem unbefestigten Weg bis zu einem Platz laufen, auf dem man das Auto abstellen sollte. Von dort führt die Route zu Fuß über einen steilen, bisweilen mit losen Steinen übersäten Weg hinunter.

Vom Parkplatz aus sind es etwa zehn Minuten steil bergab zu den Becken. Wer einen Geländewagen hat, kann die Schotterstraße auch hinunterfahren. Für normale Mietwagen ist das keine gute Idee. Der Weg hat tiefe Löcher und ist steil genug, um ein Standardfahrzeug festzufahren. Zu Fuß dauert der Abstieg keine Viertelstunde, der Aufstieg zurück etwas länger.

Gute Schuhe sind keine Empfehlung, sondern Pflicht. Die Felsen sind nicht scharf, aber unglaublich rutschig. Die meisten Menschen, selbst Einheimische, rutschen mindestens einmal aus. Wer mit Flip-Flops oder barfuß geht, fällt. Badeschuhe mit Profil sind ideal, festes Schuhwerk geht auch.

Wann hinfahren: die Gezeiten entscheiden alles

Das ist der wichtigste Punkt. Vor einem Besuch muss man genau über die Gezeiten Bescheid wissen, da man nur bei Ebbe in den Pools schwimmen kann. Da sich die Gezeiten täglich ändern, sollte man sich vorher über die genauen Zeiten informieren und den Besuch idealerweise einen Tag bei Ebbe und am Nachmittag planen.

Die beste Zeit für einen Besuch ist am Nachmittag, da die Pools zu dieser Tageszeit im Sonnenlicht liegen und besonders schön glitzern.

Die aktuellen Gezeitenzeiten für Porto Santo gibt es beim portugiesischen Wetterdienst IPMA unter ipma.pt, Stichwort „marés“. Die Zeiten werden tagesaktuell angezeigt. Zwei Stunden vor und nach dem Tiefpunkt der Ebbe sind die besten Fenster.

Was man mitnehmen muss

Es gibt keine Verkäufer, keine Wasserversorgung und keine Cafés bei den Naturpools. Wer länger bleiben möchte, sollte genug Wasser, Sonnenschutz und Essen mitbringen. Es gibt einen überdachten Picknickbereich. Mehr nicht.

Dazu: Badeschuhe, Schnorkelausrüstung wenn man hat, und Kleidung zum Wechseln. Der Rückweg ist steil genug, um ins Schwitzen zu kommen.

Schwimmen oder nur schauen?

Die Pools sind kleine Planschbecken mit klarem, smaragdgrünem Wasser. Beim Schwimmen sollte man wissen, dass die Böden sehr rutschig sind. Manche Becken sind knietief, andere reichen bis zur Hüfte oder tiefer. Einige Pools sind tief genug für kleine Sprünge von den Felsen, aber nichts aus großer Höhe.

Wer nicht ins Wasser will, wird trotzdem nicht enttäuscht. Noch bevor man den Strand, die Klippen und die Pools erreicht, durchquert man eine hübsche Schlucht, die durch die Kraft des Wassers ausgehöhlt wurde. Die Landschaft ist auch außerhalb der Pools prächtig.

Lohnt der Aufwand?

Die Frage stellt sich bei jedem Ort, der Planung erfordert. Hier lautet die Antwort eindeutig ja, aber nur wenn man die Gezeiten im Griff hat. Mit Hochwasser fährt man bis zum Parkplatz, steigt ab und steht vor nassen Felsen. Das ist kein Drama, aber auch kein Erlebnis.

Mit Ebbe am Nachmittag dagegen, gutes Schuhwerk, ein bisschen Wasser dabei und keine Eile beim Abstieg: dann ist Porto das Salemas einer der besten Momente auf Porto Santo. Nicht trotz des Aufwands, sondern ein bisschen auch wegen ihm.

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