Igreja Nossa Senhora da Piedade – Die Hauptkirche von Vila Baleira

Von außen fällt sie kaum auf. Eine weiße Fassade, ein schlichter Glockenturm, ein verziertes Portal. Wer nicht weiß, was er sucht, geht am Largo do Pelourinho vorbei und schaut auf den Platz. Dabei ist die Igreja Nossa Senhora da Piedade das älteste Gebäude in Vila Baleira und eines der wenigen, das tatsächlich die gesamte Geschichte der Insel erlebt hat.

Gebaut, geplündert, wiederaufgebaut

Die Kirche wurde zwischen 1430 und 1446 erbaut, kurz nachdem die ersten portugiesischen Siedler auf der Insel Fuß fassten. Im Jahr 1500 wurde sie zur Pfarrkirche ernannt. Nicht mal sieben Jahrzehnte später war sie weitgehend zerstört: 1566 plünderten und zerstörten französische Korsaren die Kirche fast vollständig. Der Wiederaufbau erfolgte ab 1667.

Was man heute sieht, ist also größtenteils das 17. Jahrhundert – mit einem Überbleibsel aus dem Original: der Morgadakapelle, die als einziger Teil des ersten Baus erhalten geblieben ist.

Das Innere

Die Fassade ist schlicht, das Innere überrascht. Ein einzelnes Schiff, eine polychrome Holzdecke im Rocaillestil, mehrere Seitenkapellen. Auf der rechten Seite enthält eine der Kapellen eine Reihe vergoldeter Holzbusten der zwölf Apostel. An der Außenmauer fällt ein Azulejo mit einer Darstellung der Beweinung Christi auf, in Blautönen, das sich gut von der weißen Fassade abhebt.

Hervorzuheben sind die Altäre und Gemälde von Martim Conrado und Max Römer. Martim Conrado war ein Maler des portugiesischen Frühbarocks, der um 1600 bis 1657 lebte. Max Wilhelm Römer war ein deutscher Maler, geboren 1878 in München, der den letzten Teil seines Lebens auf Madeira verbrachte und 1960 dort starb. Zwei Maler aus verschiedenen Jahrhunderten, beide vertreten in derselben kleinen Kirche auf einer kleinen Atlantikinsel.

Lage und Besuch

Die Kirche steht am Largo do Pelourinho, dem zentralen Platz von Vila Baleira, neben dem alten Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Freier Eintritt. Die Öffnungszeiten variieren, am sichersten ist ein Besuch am Vormittag oder kurz vor dem Abendgottesdienst. Wer Pech hat, findet sie geschlossen – wir waren auch bei der Kapelle Nossa Senhora da Graça vor verschlossener Tür. Auf Porto Santo lohnt es sich, bei Kirchen einfach nochmal vorbeizugehen.

Tipp: Das Kolumbusmuseum liegt nur wenige Schritte entfernt. Beides lässt sich gut zusammen besuchen.

Bilder

Karte und Anfahrt

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