Der Name sagt schon alles: Facho bedeutet Fackel. Auf 517 Metern, dem höchsten Punkt der Insel, wurden früher Feuer angezündet. Nicht zum Grillen. Sondern weil Piraten kamen.
Inhaltsübersicht
Die Geschichte mit den Feuern
Im 16. Jahrhundert überfielen algerische und französische Piraten regelmäßig den Madeirawarchipel. Porto Santo war oft das erste Ziel. Der Pico do Facho war der Ausguck. Wer von hier oben eine Piratenflagge am Horizont sah, zündete sofort ein großes Feuer an. Das Feuer war weit genug sichtbar, um von der Ponta de São Lourenço, dem östlichsten Zipfel Madeiras, gesehen zu werden. Von dort aus brannte das nächste Feuer, dann das übernächste, eine Kette von Berggipfeln bis hinunter nach Funchal. Die Stadt bekam so ein paar Stunden Vorwarnzeit. Manchmal reichte das.
Diese Idee funktionierte ohne Funk, ohne Telefon, nur mit Feuer und freier Sicht. Es ist eine der einfachsten und gleichzeitig cleveren Kommunikationsketten, die man sich vorstellen kann.
Der Aufstieg
Es gibt keinen Fahrweg bis zum Gipfel. Das Schild am Parkplatz beim Pico do Castelo zeigt die Richtung, der Weg ist ausgeschildert. Offizieller Wanderweg ist der PR2, der beide Berge verbindet. Vom Pico do Castelo zum Pico do Facho sind es noch einmal etwa 45 Minuten, der Aufstieg zum Pico do Castelo davor nochmals 45 Minuten. Insgesamt also anderthalb bis zwei Stunden für die ganze Runde, je nach Tempo.
Der erste Teil am Pico do Castelo ist der steilere. Oben gibt es kleine Aussichtsplattformen mit Bänken, ein altes Häuschen und die Reste der Festung aus dem 16. Jahrhundert. Eine der 19 Kanonen, die Porto Santo damals schützten, steht noch dort. Vom Castelo geht es weiter um den Pico do Facho herum, durch Pinienwälder und offenes Gelände, mit Blick auf die Nordküste.
Der Gipfel des Pico do Facho selbst bietet einen 360 Grad Blick über die gesamte Insel. An klaren Tagen sieht man bis nach Madeira.
Was man mitnehmen sollte
Unterwegs gibt es kein Café, keinen Brunnen, keine Erfrischungsmöglichkeit. Genug Wasser einpacken, Sonnenschutz, feste Schuhe. Im Sommer ist es auf den Hängen heiß und schattenarm. Frühmorgens starten ist die bessere Wahl.
Für wen sich der Aufstieg lohnt
Wer nicht wandern will, sieht den Pico do Facho gut vom Miradouro da Portela aus, von dort überblickt man das gesamte Bergmassiv im Osten. Wer rauf will, braucht keine Klettererfahrung, aber etwas Kondition. Der Weg ist nicht schwer, aber lang genug, um danach wirklich oben gewesen zu sein.
Der Strand wartet danach unten. Das ist ein guter Plan für einen Tag.






