Porto de Frades liegt an der Ostküste der Insel, im Bereich Serra de Fora, am Ende einer Straße, auf der kaum jemand unterwegs ist. Wer nicht gezielt sucht, fährt vorbei. Das ist vermutlich der Grund, warum der Strand so geblieben ist, wie er ist.
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Kein typischer Strandtag
Der erste Blick überrascht. Kein goldener Sand wie auf der Südseite, sondern Kiesel und vulkanisches Gestein, grau und rau. Der Strand selbst ist klein, eher ein Anlegepunkt als ein Badeabschnitt. Für Sonnenliegen und Sandburgen ist man hier falsch. Wer das weiß und trotzdem kommt, macht das aus gutem Grund.
Direkt am Strand gibt es ein Restaurant, das frischen Fisch serviert. Einfach, ohne viel Drumherum. Toiletten sind vorhanden, Parkplätze auch.
Die Naturpools
Das eigentliche Ziel liegt ein Stück nördlich vom Strand. Bei Ebbe legen sich Naturpools frei, die durch Jahrtausende Vulkantätigkeit und Atlantikswell in den Fels gearbeitet wurden. Das Wasser darin ist klar, in manchen Becken sieht man bis auf den Grund, mehrere Meter tief. Seerosen und Seeigel, Schwärme kleiner Fische – das Unterwasserleben hier ist deutlich reichhaltiger als in der aufgewühlten Brandung der Südküste.
Schnorcheln lohnt sich. Die Sicht reicht stellenweise bis zu 40 Meter, was für Atlantikgewässer ungewöhnlich ist. Wer tiefer will: Direkt vor Porto dos Frades liegen zwei bewusst versenkte Schiffswracks als Tauchriffe. Das Versorgungsschiff „Madeirense“ liegt seit dem Jahr 2000 auf dem Grund, die portugiesische Korvette „General Pereira d’Eça“ kam 2016 dazu. Beide auf rund 30 Meter Tiefe.
Wichtig: Schwimmen in den Pools ist nur bei Niedrigwasser möglich. Vor dem Besuch die Gezeitentabelle prüfen. Festes Schuhwerk für das Gelände empfehlenswert, der Untergrund ist uneben und stellenweise rutschig.
Auf dem Weg dorthin
Kurz bevor man den Strand erreicht, führt eine Straße durch den Túnel da Ponta da Galé – ein kleiner Tunnel, der 1960 in den Fels gesprengt wurde, weil der Weg davor für Fußgänger kaum passierbar war. Man fährt einfach durch, aber es lohnt sich kurz anzuhalten und zu schauen, was dahinter liegt.
Wer Zeit hat, geht von Porto de Frades aus zu Fuß weiter Richtung Norden zur Fenda da Dona Beja – einer Formation aus verfestigtem Sand und Gestein, die wie eine tiefe Spalte in die Küstenlandschaft eingeschnitten wirkt. Der Weg dahin ist kein markierter Wanderpfad, eher ein Trampelpfad. Wer ihn mit Niedrigwasser kombiniert, kann auf dem Rückweg noch in den Pools schwimmen. Seit Januar 2026 gilt für Besucher, die keine Residenten sind, eine Gebühr von 4,50 Euro für offizielle Wanderwege auf Porto Santo – vorher informieren, was aktuell gilt.
Unser Eindruck
Wir haben Porto de Frades an einem Vormittag besucht, kurz bevor die Ebbe das Beste freilegte. Das Restaurant hatte noch zu, der Parkplatz war fast leer. Der Strand selbst hat uns weniger interessiert als die Felsen daneben. Irgendwann saßen wir einfach da, auf einem der flachen Basaltblöcke, und haben ins Wasser geschaut. Kein Programm, kein Zeitplan. Das passt gut zu diesem Ort.






